
Von den Vorsokratikern bis Ludwig Wittgenstein - Denker des Abendlandes behandelt die Philosophiegeschichte von den Vorsokratikern (6 Jh.v.Ch.) bis Ludwig Wittgenstein (1889-1951). Die großen Philosophen werden nicht getrennt voneinander betrachtet. Russell zeigt, wie große Denker von ihren Vorgängern beeinflusst wurden. Die Philosphie wird im geschichtlichen Kontext gestellt. Sehr eingehend behandelt werden die Mathematik, die bei Russell eine wichtige Rolle spielt, die Ethik und die Religion. Russell zeigt schön auf, wie die Menschen gedanklich die Existenz oder die Nicht-Existenz Gottes zu beweisen versuchen. In diesem Werk findet man auch sehr viele Fakten, Daten und Namen, sowohl von Philsophen als auch von Königen, Herrschern und Päpsten, samt ihrer Lebensläufe. Die Hauptfragen und Probleme, die er sehr ausführlich beschreibt, sind folgende: der Teil und das Ganze, These/Antithese, Widerspruch/Gegensatz. Er behandelt durchwegs Fragen, die mit der Erkenntnis zusammenhängen. Was kann man wissen? Was kann man erkennen? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es überhaupt einen Sinn? Führt der Gang der Geschichte irgendwohin? Sind das lauter sinnlose Fragen? Wird die Natur von Gesetzen regiert, oder denken wir das bloß, weil wir ein Verlangen nach Ordnung und Kathegorisierung haben? Sind Geist und Materie getrennt? Was ist der Mensch? Ein krabbelndes Staubkörnchen, ein Haufen chemischer Elemente oder von edler Vernunft und Begabung? Alles zusammen? Gibt es gut und böse? Wie sollen wir leben, was sollen wir lernen? Gibt es Weisheit?Kritik an Russells Denker des Abendlandes: Die Philosophen werden teilweise einseitig nach seinen Vorlieben (Mathematik) vorgestellt, so dass andere philosphischen Aspekte zu kurz kommen. Kapiteleinteilungen und Tabellen zur Übersicht fehlen hier gänzlich, was aber auch den Vorteil hat, dass man das Buch wie einen Roman lesen kann. Besser ausgeführt und in Kapitel eingeteilt ist sein Standardwerk Philosophie des Abendlandes.
Anstrengende Lektüre, die sich lohnt. - Ernsthafte Philosophie ist entgegen mancher Vorstellungen weder unheimlich spannend noch wirklich unterhaltsam, sondern eine herausfordernde Wissenschaft. Russell schafft es trotzdem eine verständliche und flüssig zu lesende Einführung zu bieten. Gelungen sind auch die vielen kurzen historischen Ausführungen. Denn viele philosophischen Aussagen werden erst auf dem Hintergrund der jeweiligen geschichtlichen Umstände und Zusammenhänge verständlich.Russell lässt durchaus auch seine eigene Meinung durchblicken. Manch einen mag diese Subjektivität vielleicht stören. Wer an der Universität philosophische Vorlesungen gehört hat, kennt dieses Problem. Jeder Professor hat seine Vorlieben und naturwissenschaftliche Objektivität gibt es in der Philosophie einfach nicht.Mir dient das Buch vorwiegend als Nachschlagewerk. Man kann sich auf wenigen Seiten einen schnellen Überblick über einen Denker machen und sein Wissen auffrischen.Einziger negativer Punkt ist die häufig etwas holprige Sprache. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, wie hier schon angemerkt wurde.
Klasse Buch, schlechte Übersetzung - Denker des Abendlandes ist eine hervorragende Einführung in die Philosophie. Russell kommentiert dabei seine Vorgänger im Denken kritisch, aber durchweg rational und nicht ideologisch - eine Art der Beschreibung und Kommentierung, die zeitlos ist. Trotz der 450 Seiten hätte das Buch ruhig noch länger sein dürfen, denn einige Philosophen kommen ein wenig kurz. Weniger gefallen hat mir allerdings die Übersetzung von Károly Földes-Papp. Sie ist zwar selten wirklich falsch, aber stilistisch nicht ausgereift. Das Buch hätte sich andernfalls flüssiger und einprägsamer gelesen.
Sehr guter und verständlicher Überblick - Ich halte Russells Bücher Denker des Abendlandes oder Die Philosophie des Abendlandes für die gelungensten Übersichten über die Geschichte der Philosophie. Russell schreibt flüssig und klar und schafft einen gute Zusammenfassung der Philosphie von Sokrates bis Mitte des 20-ten Jahrhunderts. Für Einsteiger der Philosophie geeignet, aber auch für jeden, der sich mit Geisteswissenschaften befasst, denn Russell ist eine geeignete Quelle, um Dinge nachzuschlagen. Sehr empfehlenswert.
Sehr gelungen - Höchst empfehlenswerte Philosophiegeschichte. Russell schreibt gewohnt klar, weder zu lang noch noch zu kurz und trifft eine meiner Meinung nach sehr gelungene Auswahl der Denker, die er behandelt. Wer eine möglichst objektive Philosophiegeschichte sucht, ist bei H.-J.Störig besser bedient(z.B. bezeichnet Russell den Existenzialismus-meiner Meinung nach auch zurecht-als Abart des Irrationalismus), aber wer bereit ist, einen persönlichen Einschlag in Kauf zu nehmen, ist hier bestens bedient.